Rund ums östliche Mittelmeer II. Teil:

Über Afrika nach Jerusalem.

Viele Wege führen nach Jerusalem. Die Kreuzfahrer zeigten den Kürzesten. Wir wählten den schwierigsten aber interessantesten Weg- über Afrika. Wir hatten uns viel vorgenommen schon allein die Fahrstrecke zu bewältigen war Strapaze genug. Das zu sehende verarbeiten und das erlebte zu verdauen, war die zweite Anstrengung. Der Kalender zeigte den 13. März 1965 bei unserer Abfahrt. Unsere Hauptziele waren Ägypten und das Heilige Land. Wir umfuhren somit das gesamte östliche Mittelmeer. Die Länder an dieser Strecke waren: Schweiz, Italien, Tunesien Libyen, Ägypten, Libanon, Syrien, Jordanien, Türkei, Bulgarien, Jugoslawien, Österreich. Schon die Vorbereitungen verlangten größte Sorgfalt. Im ersten Teil meines Vortrages behandelte ich die Strecke bis Alexandrien ausführlich. Deshalb beschränke ich mich jetzt nur auf eine kurze Wegskizze bis Alexandrien, durch die Schweiz vorbei am Züricher See, nach Göschenen. Dort wurde der Wagen verladen. So wurden wir ohne Anstrengung auf die andere Seite der Alpen transportiert. In Italien trafen wir einen guten Bekannten., der den schiefen Turm von Pisa. Er ermunterte uns zu bleiben bis die Sonne vollends aufgegangen war. Aber dann ließen wir uns nicht mehr halten. Auch die ewige Stadt Rom konnte uns nicht dazu bewegen, lange in ihr zu bleiben, es waren ja nur Stationen auf unserem Weg. Salerno zwang uns zu einigen Stunden Rast. Ein Wasserschlauch unserer Heizung war gebrochen, dass musste zuerst behoben sein. Palermo war unsere letzte Stadt auf europäischem Boden. Die Fassade des Doms war eine Aufnahme wert. Das Barometer stieg in der Zwischenzeit auf für uns ungewohnte Höhe. Noch ein Blick vom Schiff zurück auf unseren Erdteil. Am anderen Morgen legten wir in Tunis an. Afrika war erreicht Karthago, Kairouan, Gabes Sfax und Ben Gardane waren die Sehenswertesten Städte in Tunesien. In Tunis wurden wir zum ersten Mal mit dem Afrikanischen Städtebild, den Menschen und ihren Gebräuchen konfrontiert.

Die Teppichknüpferinnen in Kairouan zeigten mit ihren flinken Fingern, wie ein echter Teppich entsteht. Jeder Teppich hat ein anderes Muster. Wir kauften uns eine Brücke als Souvenir. Ein typisch Tunesisches Straßenbild sahen wir in Sfax. Es ist ein so genannter Suk das sind Ladenstraßen in der Waren jeglicher Art verkauft werden. Manchmal streng nach Verkauf Erzeugnis getrennt. An der tunesischen Grenze erlebten wir das ungewöhnliche Erlebnis was es auf dem Gebiet der Hilfsbereitschaft gibt. Wir mussten tanken, hatten aber kein tunesisches Geld mehr. Reisechecks war kein Zahlungsmittel. Das beobachtete ein marokkanischer Mekka Pilger. Kurzentschlossen bot er uns an, das Benzin zu bezahlen. Er gab uns zu verstehen, dass wir uns in Libyen schon noch sehen werden. Erst 3 Tage später etwa 500 Km von der Grenze entfernt, sahen wir ihn wieder. Wer von uns hätte einem fremden ohne Sicherheit so selbstverständlich Geld geborgt?

Unsere Route verlief er am Mittenmeer entlang Wo gibt es ein malerisches Bild. Es ist der Palast des Königs Idris I. in Tripolis. An solchen Bildern konnten wir uns nicht satt sehen. Die alte phönikische Hafenstadt Leptis Magna bot ein eindrucksvolles Bild mit den zweitausendjährigen Zeugen einstiger Pracht. Die meisten Bauten stammen von den Römern die im Jahre 107 v. Chr. die Stadt besiegten. Dieses Ehrenmal in El Alamein erinnert an 4.200 tote deutsche Soldaten, vom Afrikafeldzug. Das Ehrenmal ist ein würdiges Denkmal einer traurigen Bilanz.
Das erste Etappenziel Kairo ist erreicht.