Rund ums östliche Mittelmeer. 13.03. bis 25.04.1965

Ich führe Sie heute auf der Reise um das östliche Mittelmeer durch die orientalische Welt. Es erfordert eine gewaltige Umstellung des Europäers, wenn er sich in dieser Welt zurechtfinden will. Wir, d.h. mein Freund Horst und ich bemühten uns, und schafften es ausgezeichnet.

Unser Start erfolgte mitten im Winter, denn es hatte noch 30 cm Schnee und Kältetemperaturen von ca. 3-4°. Wir wussten durch vorherige Informationen, was uns in Ägypten für Temperaturen erwarten, deshalb sind wir schon im März gestartet.

Unser Km-Stand bei der Abfahrt war 22.232. Wir fuhren durch folgende Länder: Schweiz, Italien, mit dem Schiff nach Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Jordanien, (zurück nach Syrien) Türkei, Bulgarien, Jugoslawien und Österreich.

Wir hatten zu dieser Fahrt 6 Wochen Zeit. 6 Wochen, ist eine lange Zeit, aber um eine solche Strecke bewältigen zu können, ist es herzlich wenig. Es ist das Minimum an Zeit. Wir sind jung, waren gut ausgerüstet, gut vorbereitet und hatten eine große Portion Optimismus. Unser Reisetag begann mit herrlichem Sonnenschein, strahlend blauem Himmel und einer glänzenden Schneedecke. Wir waren für unsere Reise hauptsächlich für sommerliche Temperaturen ausgerüstet. Die letzten Vorbereitungen und Verstauungen im Wagen wurden vorgenommen. Der Wagen war zum Bersten voll. Die letzten Einkäufe in Aalen und Zuladungen in Reutlingen taten vollends ihr letztes. Wir starteten am 13. März 1965 um 16:00 Uhr endgültig in Reutlingen. Es ging, Friedrich List wünschte uns noch eine gute Reise, über Schwenningen, Villingen nach Schaffhausen. Dort erledigten wir die Grenzformalitäten in dem wir die Pässe zum Fenster hinaushielten. Wir dachten bei uns, wenn es nur an allen Grenzen so sein würde. Aber wir hatten noch manches vor uns. Unser Ziel war, am heutigen Tag noch durch den St. Gotthard Tunnel zu kommen. Nach langen, schwierigen Kilometern kamen wir um 22:00 Uhr am Bahnhof in Göschenen an. Um 23:00 Uhr begann die Fahrt durch den St. Gotthard Tunnel. Unser nächstes Ziel war das Schiff in Palermo. Aber zuerst mussten wir noch 2200 km hinter uns bringen. Wir fuhren über Mailand – Genua an der Mittelmeerküste entlang nach Pisa. In der Po-Ebene, war die Landschaft schon sehr grün und vom Schnee nichts mehr zu sehen. In den Appeninnen hingegen sah man auf den Bergspitzen noch den glänzenden Schnee.

Die Fahrt ging auf der Via Aurelia an der Küste entlang nach Rom. An der ganzen Küste entlang gibt es viele Orte, die für den Bade- und Kuraufenthalt geeignet sind. Aber baden sahen wir um diese Zeit noch keinen.

Wir erreichten am 15. März nachts um 01:45 Uhr die ewige Stadt Rom. Sie allein wäre schon eine Reise wert gewesen. Aber unser Ziel war ja weiter gesteckt. Mir begegnete viel Bekanntes, denn ich war bei den Olympischen Spielen 1960 schon einmal in Rom.

Wir benötigten für die Durchfahrt über eine Stunde. Dann ging es wieder auf die Autobahn bis Neapel. Der Vesuv lag im Dunst des Morgens. Bei Salerno gab es die erste Reparatur am Wagen, ein Wasserschlauch der Heizung war gebrochen. Das war bald erledigt und wir fuhren über Bottigaglia nach Paestum.