Im Wald und auf der Heide

100 KM Eisschnelllauf in 4 Stunden (RP Februar 1993)

(10.000 Risse ohne Sturz überquert)

Langenfeld ist nicht Holland – hat keine Eisenbahn – kein Natureis, und doch gibt es einen Eisschnellläufer.

Bernhard Weik, Jahrgang 1937, hat am 27.01.93 auf dem Weissensee in Österreich an der alternativen Elfstedentocht teilgenommen. Bei über 2000 Teilnehmern (meist Holländer) hat er die 25 km – Runden 4 mal durchlaufen- 100 km   in einer Gesamtzeit von 4 Std. 6 Min. . Die Bedingungen waren bei diesem Wettkampf denkbar ungünstig. Das Natureis hatte sehr viele Risse und ausgefahrene raue Stellen. Darüberzufahren, ohne zu stürzen, ist bei guten Sichtverhältnissen schon schwer. Beim Wettkampf schneite es ununterbrochen, dadurch waren die Risse überhaupt nicht mehr zu sehen. Gegen Mittag hörte das Schneetreiben auf. Die Bedingungen wurden besser, sodass er die letzte Runde noch unter einer Stunde schaffte. Bei regulären Bedingungen wären 3 ¾ Std. möglich gewesen.

Diese Leistung setzt natürlich auch ein hartes Training voraus. Im Sommer wird mit Skeelern (5 Rollen hintereinander) Kondition trainiert. Bei Beginn der Eissaison in Grefrath (bei Krefeld) wird auf der 400 m Eisschnelllaufbahn am Fühlinger See trainiert. Hier gilt es auch, die Technik des Eisschnelllaufes zu optimieren. So war es möglich, dass Herr Weik bei den Deutschen Meisterschaften für Senioren am 13. und 14. Februar in Dresden teilnehmen konnte.

43 Teilnehmer stritten sich um die begehrten Plätze. In seiner Altersklasse M 55 wurde er im Vierkampf zweiter der Deutschen Meisterschaft  . Am Samstag wurden die 500 m und 1500 m gelaufen. Am Sonntag die 1000 m und 3000 m. Die 3000 m gewann er in seiner Altersklasse im Rahmen des Vierkampfes mit einer Zeit von 5 min. 43 sek. Teilweise sind das Spitzengeschwindigkeiten von 35 km/h. Bei kurzen Strecken sind die Geschwindigkeiten noch höher. Der Druck auf einer Kurve in den engen Kurven wird dadurch erheblich höher als das Körpergewicht. Das erfordert stabile Gelenke und gut trainierte Oberschenkel.

Der Eisschnelllauf kann trotz dieser Belastung, die ja auch nicht immer so extrem betrieben werden muss, als Alterssport bezeichnet werden. Die Senioren sind gut organisiert. In Grefrath ist der Referent für den Seniorensport des Deutschen Eisschnelllauf Vorstandes, Dr. Volker Serini, auch als aktiver Läufer und Förderer für den Nachwuchs tätig. Alle, die Freude am Eisschnelllauf haben, können auf der 400 m Eisbahn getrennte Trainingszeiten wahrnehmen. Der Urlaub wird natürlich auf einer der Eisbahnen in Davos, Südtirol oder Inzell verbracht, oder sogar in 1000 m Höhe im Naturparadies Weißensee. Normalerweise scheint in Weißensee an 300 Tagen die Sonne. Das es gerade in der Zeit des Wettkampfes schneien musste, war ein Pech, das aber die Freude am Eislaufen nicht vergällen konnte. Mit Kraft und Glück schaffte er die 100 km ohne Sturz.

Der sehnlichste Wunsch von Herrn Weik ist es, einmal die Original Elfstedentocht in Holland über 200 KM zu laufen.