Jerusalem

Am Karfreitag, dem 16. April 1965, morgens um 8 Uhr fuhren wir in Jerusalem ein. Jerusalem arabisch EL KUDS, heißt so viel wie, die „Heilige“ lag in hellem Sonnenschein vor uns. Sie wird die dreimal heilige Stadt genannt. Die Juden anerkennen Jerusalem als ihre heilige Stadt. Hier wollte Abraham seinen Sohn Isaak opfern. Den Christen ist es die Stadt, in der Jesus wirkte und den Kreuzestod erlitt. Nach dem Glauben der Moslem ritt von hier aus Mohammed für eine Nacht in den Himmel.  Jerusalem ist die interessanteste Stadt im Nahen Osten. Sie bietet jedem etwas. Diese Aufnahme zeigt das Kidrontal, die Altstadt mit der Stadtmauer, und die Omar Moschee. Hier sehen Sie einen Grundriss der der heutigen Altstadt. Sie wird mit einer stark befestigten Mauer umgeben. Es sind nur einige Tore als Zugang vorhanden. Im Norden das Damaskus- und das Herodes-Tor, im Osten das St. Stephans Tor, im Süden das Mist- und das Jaffa-Tor. Rot gezeichnet ist die Stadtmauer, wie sie zu Zeiten Jesu bestand. Sie wurde im Norden durch die Antonia-Festung begrenzt. Hier wurde Jesus vor Pontius Pilatus geführt und zum Tode verurteilt. Golgatha lag damals außerhalb der Stadtmauer. Erst nach dem Bau der 3. Mauer 44 n. Chr. kam Golgatha in den Stadtbezirk. Auf dem Platz, auf dem einst der Palast des Herodes stand, ist heute die Zitadelle und eine Polizeikaserne gebaut. Der Palast des Kaiphas und der Abendmahlsaal liegen heute außerhalb der Stadtmauer auf Israelischem Gebiet. Auf dem Platz wo früher der von Salomon erbaute 1. Tempel stand -steht heute die Omar Moschee. Der östliche Teil mit Gethsemane und Ölberg dürfte der am wenigsten veränderte Teil aus jener Zeit sein. Das Damaskus-Tor ist der Haupteingang vom modernen Jerusalem in die Altstadt. Dieses schönste Tor der Stadt wurde 1537 von Sultan Soliman. dem Prächtigen, gebaut. Bis 1887 wurden alle Tore bei Sonnenuntergang geschlossen und bei Sonnenaufgang geöffnet.

Die Stadtmauer die sich anschließt, hat einen Umfang von 4 km. Von hier aus kommt man über die Salomonstraße in die Stadtmitte. Hier ein Blick vom Turm der evangelischen Erlöserkirche über Jerusalem. Im Mittelpunkt die vergoldete Kuppel der Omar Moschee. Im Hintergrund der Ölberg. Der schlanke Glockenturm gehört zum russischen Kloster das auf dem Ölberg steht. Ein Blick über die angerüstete Grabeskirche, links die kleine Omar Moschee. Im Jahre 638 besuchte der Kalif Omar die Grabeskirche. Während seines Besuches wurde die Gebetszeit angekündigt, aber er versagte es sich, in der Grabeskirche zu beten, denn sonst hätten die Mohammedaner in Zukunft Rechte an der Kirch beanspruchen können. Er betete dann an dem Platz, wo heute die Kleine Moschee steht. Sie wurde 1236 zur Erinnerung an ihn erbaut. Hier wurde der erste christliche Märtyrer, Stephanus gesteinigt von hier erreicht man die via Dolorosa, zu deutsche "der Leidensweg Christi".