Begnadigung

Bei der Firma Wulf ließ ich immer im Lohn arbeiten.

Für die Firma Thyssen musste ich ein Zahnrad bearbeiten lassen.

Dimension des Zahnrades etwa:  einen Meter im Durchmesser und einen halben Meter hoch.

Gewicht circa eine Tonne (1000 kg).

Der Handwerker (Dreher) holte den Kran mit Kette um das Werkstück aus der Maschine zu  nehmen.

Die Vorderseite war bearbeitet – nun musste auch die Hintere Seite noch bearbeitet werden.

Da war es notwendig, dass das Werkstück gedreht werden musste.

Der Dreher wollte das Zahnrad auf die Erde legen um es neu in die Kette zu hängen um die Rückseite

zu bearbeiten.

Ich stand daneben und beobachtete den Vorgang- damit die frisch bearbeitete Fläche auf dem Zementfußboden nicht beschädigt werde sollte eine Holzunterlage auf den Boden gelegt werden.

Dazu musste ich mich unter das Zahnrad beugen- in dem Moment brach ein Glied der Kette -

und hätte mit zerquetscht. Es ging um einen Bruchteil einer Sekunde die mich davor bewahrte, dass ich zerquetscht wurde.

Das war mein größtes Glück in meinem Leben.

Der zweite Glücksfall kann erst beurteilt werden, wenn man alle Individualitäten durchdenkt.

Wir, Elisabeth und ich waren nach dem Jahr 1990 sehr oft im Winter am Weißen See in Österreich.

(Ab wann bin ich Schlittschuhe gelaufen? bis wann ??)

Elisabeth ging mit Ihrem Hund „Rütli“  weite Spazierwege im Schnee. Mein Hauptgrund für den Weißen-See war der Eisschnelllauf. Natureis soweit das Auge reichte.

Doch einmal waren wir zu ungünstigem Zeitpunkt auf dem Eis.

Das Eis war auf der Mitte des Sees gebrochen. Deshalb fuhr Jürgen und ich am Rande des Sees von Ost nach West. Auf dem Rückweg wollte ich Jürgen zeigen, wie gut ich in der Kondition war.

Wir machten einen Wettkampf daraus- wer am schnellsten wieder zurück ist!

Ich sah nur noch das Ziel in zwei Kilometer Entfernung – hatte nicht mehr bedacht – dass ich ja außen fahren musste – denn in der Mitte des Sees war das Eis ja gebrochen. Diese Gedanken wurde alle bei Seite geschoben – es zählte nur noch „schnell ankommen“. Der Abstand zu Jürgen wurde größer –

Auf einmal kam ein Riss im Eis und eine Spalte- ein Eisblock stand schräg, angebrochen – ich stürzte.

Im ersten Moment dachte ich, wenigstens nicht nass – also bin ich noch nicht im Wasser gelandet.

Nun versuchte ich an der schrägen Eiswand hochzuklettern – es ging trotz den scharfen Kanten des Schlittschuhes nicht . Ich rutschte immer wieder ab. Dass sich die Eisspalte öffnen könnte – ich ins Wasser rutschen und die Spalte sich wieder schließen könnte dachte ich erst später darüber nach. Das wäre mein Ende gewesen.

Inzwischen kam Jürgen an den Unglücksort – er legte sich auf den Bauch und half mir aus der Spalte.

Von jetzt an wusste ich die „Gnade Gottes“ war mit mir.